In der letzten Woche habe ich mich ausführlicher als sonst mit dem Google Suchpartner-Netzwerk beschäftigt und darum gibt es in diesem Newsletter meine Erkenntnisse und Gedanken dazu. 

Zur Erinnerung (oder vielleicht liest du es auch heute zum ersten Mal): Wenn du Google Suchanzeigen schaltest, können diese in zwei Werbenetzwerken ausgeliefert werden:

  1. In der Google Suche: Die Google Suche ist das Herzstück und der Ursprung von Google Ads. Damit sind die Suchergebnisse auf google.de, google.at, google.ch, google.com usw. Gemeint.
  2. Im Suchpartner-Netzwerk: Das Suchpartner-Netzwerk besteht aus vielen verschiedenen Suchmaschinen, die sich Google Ads angeschlossen haben, um ihre Suchergebnisse zu monetarisieren. Um welche Suchmaschinen und Webseiten es sich dabei handelt, ist Google’s Geheimnis. Ich habe mal gehört, dass AOL dazugehört und früher hat auch Amazon in seinen Suchergebnissen Google Ads platziert, die Zeiten sind aber natürlich vorbei und Amazon hat inzwischen seine eigenen Werbeplattform. 

Das Google Suchpartner-Netzwerk ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem Google Displaynetzwerk, das aus allen Webseiten im Internet besteht, die ihren Content über Google Adsense monetarisieren und auf denen wir ebenfalls Anzeigen schalten können. Das ist aber ein weites Feld und ein Thema für einen eigenen (oder mehrere) Newsletter. 

Wenn du eine Kampagne erstellst, kannst du auswählen, ob deine Anzeigen auch im Suchpartner-Netzwerk ausgespielt werden sollen: 

Dies kannst du auch nachträglich in den Kampagneneinstellungn noch jederzeit ändern. Ich empfehle grundsätzlich, das Suchpartnernetzwerk zu nutzen, denn seine Anzeige interessierten Nutzern im Moment der Suche zu zeigen ist ja eigentlich eine gute Sache. Da das Suchpartnernetzwerk aber eine Blackbox ist und wir nicht so genau wissen, wo Anzeigen erscheinen, rate ich aber zur Vorsicht. 

Wenn du Google Ads erst einmal ausprobierst, vor allem wenn du noch nicht auf Conversions optimierst und/oder ein begrenztes Budget zur Verfügung hast, würde ich erstmal ohne starten. 

Wenn deine Kampagnen in der Google Suche gut performen und du im Idealfall auch conversion-optimierte Gebotsstrategien nutzt und weiter skalieren möchtest, solltest du es auf jeden Fall aktivieren. 

Dann schau dir aber auf jeden Fall regelmäßig die Performance an – das geht ganz einfach, wenn du in deinem Google Ads Konto in nahezu jeder Ansicht nach “Netzwerk” segmentierst:

Die Klickrate ist fast immer viel niedriger als in der Google Suche, was aber grundsätzlich kein Problem ist, wenn die Performance stimmt. Und da gibt es, besonders im englischsprachigen Raum, manchmal Erschreckendes zu beobachten. 

Mit einem meiner Londoner Kunden haben wir in der letzten Woche eine Kampagne in den USA getestet. Dort wurden 80% des Budgets im Suchpartner-Netzwerk ausgegeben und nur 20% in der Google-Suche. Conversions gab es leider auch keine einzige. Ein Schelm, wer da böses denkt…darum ist das Suchpartnernetzwerk jetzt erstmal deaktiviert. 

Schaltest du deine Anzeigen auch im Suchpartnernetzwerk? Wann hast du zuletzt die Performance überprüft?

Microsoft Advertising, die Werbeplattform, über die wir Anzeigen bei Bing schalten können, hat übrigens auch ein Suchpartnernetzwerk. Da kann ich ähnliche Schreckensgeschichten über die Qualität des englischsprachigen Traffics berichten. Es hat aber gegenüber Google einen entscheidenden Vorteil: Es gibt einen Bericht, in dem die Partner und die Performance pro Partnerseite aufgelistet werden und wir können gezielt Ausschlüsse vornehmen, wenn wir mit der Performance eines Partners nicht zufrieden sind. Zum Microsoft Suchpartnernetzwerk gehören namhafte Suchmaschinen wie Yahoo, Duckduckgo und Ecosia, auf denen es sich ja durchaus lohnen kann, präsent zu sein.